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aktualisiert
Dienstag, 10.09.2019 9:40

I014

1865 | Short Drawing Room Grand John Broadwood & Sons (London) #2266/11131

1865 Konzertflügel John Broadwood & Sons, London

Kurzcharakteristik: Bedeutender und in seiner Zeit weit verbreiteter englischer Konzertflügel des wichtigen englischen Klavierbauers Broadwood & Sons - hatte im 19. Jh. die wirtschaftliche Stellung, die Steinway & Sons heute genießt. Auf einem derartigen Konzertflügel konzertierte u.a. Franz Liszt.

Modell “Short Drawing Room Grand 2266"(auf Resonanzboden), # 11131 (an vielen Stellen im Instrument) / 54889. Die von Broadwood zur Datierung online gestellten Informationen helfen nur bedingt weiter. Vielleicht hat dieses Instrument aufgrund seiner überarbeitungen (eine davon zu erkennen am erheblich jüngeren Patentdeckel) drei verschiedene Pianonummern erhalten.

Besonderheiten

  • Die Stimmwirbel besitzen metrische Gewinde und sind in eine Eisenplatte eingeschraubt, darunter befindet sich als "Drehmoment-Bremse" der eigentliche hölzerne Stimmstock. Dieses patentierte "Metallic Screw Pin Piece" wurde ab 1862 gebaut. Diese konstruktive Besonderheit erfordert vom Klavierstimmer eine andere Technik beim Stimmen, da ausschließlich durch Drehen, nicht durch Ruckeln oder Drücken etc., gestimmt werden kann.
  • Nachträglich (1915) eingebauter Patentdeckel: Der vordere horizontale Teil des Deckels ist dreigeteilt, so dass sich das mittlere Segment separat öffnen lässt.

Technische Angaben

  • Länge: 235 cm
  • Breite: 141 cm
  • Korpushöhe 35 cm
  • Höhe gesamt 95 cm
  • Umfang: A2-a4 (7 Oktaven)
  • zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung, Verschiebung).
  • geradsaitiger Bezug: A2-E1 einchörig, F1-G1 zweichörig, Rest dreichörig (2007 neuer Bezug mit historischem Pure-Sound-Klavierdraht, nachdem sowohl der moderne wie auch der Malcom-Rose-Draht keine brauchbaren Ergebnisse brachten)
  • englische Stoßmechanik (keine doppelte Auslösung)
  • kleine Püscheldämpfer von geringem Gewicht und kurzer Auflage (bei Restaurierung 2007 durch gleichdimensionierte Keildämpfung ersetzt).

Restaurierung 2002 bis 2007 (!) durch J. C. Neupert, Bamberg.

Provenienz: Erwerb 2002 im Rahmen eines Konvolutes aus der Sammlung von Prof. Dr. Rulffs, Heppenheim

Literatur:

  • Alfred Dolge, Pianos and their makers, 1911, Reprint New York 1972
  • Oscar Paul, Geschichte des Claviers, Leipzig 1868, S. 159, 165
  • Pierce Piano Atlas, 8. Aufl. Termino/CA 1982, S. 50f.
  • David Wainwright: Broadwood by Appointment. A History. London: Quiller Press 1982
  • Derek Adlam und Cyril Ehrlich: Art. „Broadwood“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 6. Aufl. 1985, Vol. 3, S. 324f.
  • Jan Großbach, Atlas der Pianonummern, 9. Aufl. Frankfurt/Main 1999, S. 65-67